Gott beruft – auch heute

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Foto: ©S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Jeremia lebte vor langer, langer Zeit in Anatot im Gebiet des Stammes Benjamin. Er stammte aus einer Priesterfamilie und sollte eigentlich auch Priester werden, aber dann kam ihm eines Tages Gott dazwischen – und das geschah so:

Im Jahr 427 v. Chr. war der König Josia an der Herrschaft. Das war ein guter König. Er führte die alten Gesetze wieder ein und achtete darauf, dass Gottes Gebote wieder Beachtung fanden. In diesem Jahr sprach Gott zu Jeremia und sagte:  »Ich kannte dich schon, bevor ich dich im Leib deiner Mutter geformt habe. Schon vor deiner Geburt habe ich dich dazu bestimmt, dass du den Völkern meine Botschaften überbringst.« (Jeremia 1,5 Neues Leben)

Schon vor seiner Geburt hatte Jeremias zukünftiges Leben einen Sinn und Zweck: Er sollte Gottes Bote sein – nicht für ein kleines Dorf oder eine Stadt, auch nicht für eine Nation, sondern gleich für mehrere Nationen! Was für eine Aufgabe und Herausforderung! Kein Wunder, dass da der junge Jeremia erst einmal völlig eingeschüchtert war und auf sein junges Alter und mangelnde Redebegabung hinwies. Aber Gott bestärkte ihn und machte ihm Mut. Er würde ihm die richtigen Worte in der jeweiligen Situation schenken und ihn mit der nötigen Vollmacht ausstatten. Jeremia wäre damit nicht auf sich allein gestellt, sondern hätte Gott hinter sich.

Die Geschichte von Jeremia zeigt: Gott beruft nicht die Selbstsicheren, sondern die Selbstzweifler. Große biblische Gestalten wie Mose oder auch Jeremia zweifelten an sich selbst als Gott sie berief. Sie warteten Gott jeweils mit einer Liste an Nichtkönnen auf. Aber Gott hat einen Plan. Er möchte die Selbstzweifel seiner Leute in Gottvertrauen umwandeln und das tut er auch hier bei Jeremia. Gott verspricht ihm, dass er immer bei Jeremia sein würde, dass er sogar über ihn wachen würde:

„Dann fragte mich der Herr: »Jeremia, was siehst du?« Ich antwortete: »Ich sehe einen Mandelbaumzweig.« »Ja, das ist richtig«, sprach der Herr. »Er steht als Zeichen dafür, dass ich wache. Alles wird so geschehen, wie ich es ankündigen werde.«“

Jeremia muss nicht selbst sprechen und aus eigener Kraft die richtigen Worte finden, sondern Gott wird durch ihn reden. Wenn Gott durch einen spricht, dann ist man nicht zu alt, zu jung oder zu unerfahren. Gott ist es, der spricht und nicht wir selbst. Wenn wir uns das bewusst machen, dann schwindet die Angst vor Versagen oder vor anderen Menschen. Wir wissen dann: Uns kann nichts passieren! Gott ist mit uns!

Normalerweise interessieren mich die chronologischen Angaben bei solchen Bibeltexten wenig und ich überlese sie oft. Aber an dieser Stelle finde ich sie hochinteressant. Gott berief Jeremia während der Regierungszeit von Josia. Wie oben erwähnt, war Josia sehr dahinter her, das zu tun, was Gott wollte. Die Könige, die danach an die Macht kamen, gehorchten Gott nicht und wurden dafür dann von Jeremia scharf gerügt. Indem Gott Jeremia während der Regierungszeit von Josia berief, schenkte er Jeremia wahrscheinlich so etwas wie eine „Einarbeitungszeit“. Er konnte sich an seine neue Aufgabe gewöhnen und einfinden, ohne gleich ans Eingemachte zu gehen. Gott forderte damit Jeremia durchaus heraus, aber er überforderte ihn nicht. Das gefällt mir an Gott.

Gott hat auch mich geschaffen und gewollt und er hat auch mit meinem Leben einen Plan. Genauso hat er auch für jeden von euch einen Plan. Und wir dürfen darauf gespannt sein, was Gott Großes mit uns vorhat.

Es ist nur natürlich, dass da auch mal Selbstzweifel kommen, wenn man vor neue Herausforderungen gestellt wird und Gott einem neue Aufgaben zeigt. Aber lasst uns nie den Mandelzweig (s. Bild oben) vergessen, der ein Zeichen dafür ist, dass Gott wacht und uns unterstützt und durch uns wirken möchte. Es sind nicht mehr wir, die reden und handeln, sondern Gott. Das macht Mut und befreit zu großen Taten!

Lieblingsbücher: „Liebe ohne Grenzen“

Seit Jahren habe ich eine besondere Vorliebe für Indien und Sri Lanka. Das liegt sicherlich daran, dass eine meiner besten Freundinnen zu Schulzeiten aus Sri Lanka kommt, aber auch daran, dass wir in der 7. und 8. Klasse auf der Realschule ein besonderes Indienprojekt fächerübergreifend (Deutsch/Religion/Kunst) hatten. Wir hatten als Klasse ein Heft über Indien zusammengestellt mit Zeichnungen und Informationen über Land und Leute. Der Erlös dieses Heftes floss in ein Hilfsprojekt ein. Seitdem schätze ich Indien sehr und so wurde ich sehr neugierig als dieses Jahr das Buch „Liebe ohne Grenzen“ von Pranitha Timothy und Anna Koppiri herauskam – eine Biographie über eine ganz besondere Frau, die in Indien Menschen aus der Sklaverei rettet. Das Buch hat mich gefesselt und tief berührt. Es ist zu einem meiner Lieblingsbücher inzwischen geworden. Daher möchte ich es euch heute hier vorstellen.

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Quelle: http://www.scm-haenssler.de/liebe-ohne-grenzen-7481017.html?___SID=U&sqid=576517

Pranitha ist in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen – ihre Eltern sind Missionare in Indien. In ihrer Teenie- und Jugendzeit verliert sie aufgrund von Ereignissen und Umständen ihren Glauben und entwickelt sich immer mehr zur Soziopathin. Es macht ihr Freude, andere Menschen zu quälen und sie entdeckt die große Macht, die sie auf andere Menschen hat. Durch christliche Literatur findet sie zu Gott zurück und widmet von nun an ihr Leben für Gott. Auch eine schwere Krankheit kann ihren neu gefundenen Glauben und ihre neue Liebe zu anderen Menschen nicht brechen. Sie setzt sich von nun an für die Ärmsten der Armen ein und riskiert dabei sehr viel. In ihrem Buch erzählt sie zusammen mit der Autorin Anna Koppri ihre Geschichte und berührt damit den Leser zutiefst.

Ihre Geschichte ist spannend und berührend. Sie fasziniert und erschreckt zugleich. Faszination, weil es einfach unfassbar ist wie Gott Menschen verändern kann und erschreckend, weil die Lebensumstände in Indien einfach die Hölle für einen größeren Teil der Bevölkerung sind. Moderne Sklaverei scheint für uns weit entfernt zu sein. Für zahlreiche Menschen in Indien ist sie bittere Realität von der Menschen aller Altersgruppen betroffen sind.

Damit regt das Buch zum Nachdenken an. Pranitha Timothy ist für mich während des Lesens zu einem Vorbild geworden. Was sie leistet, ist einfach unvorstellbar und großartig. So wie sie würde ich mich auch gerne für andere Menschen einsetzen und sie mit Gottes Liebe beschenken.

Das Buch ist in Ich-Form gehalten und die Sprache ist durchgängig im Präsens. Das fand ich anfangs ungewohnt, aber ich gewöhnte mich schnell daran, sodass mich diese Zeitform nicht mehr in meinem Lesefluss störte. Etwas verwirrend fand ich am Anfang die zahlreichen Verwandten. Ich konnte nicht immer so gut zwischen den einzelnen Großelten unterscheiden. Dennoch ist das für mich nur ein kleiner Kritikpunkt, der für mich im Großen und Ganzen meiner Bewertung keinen Abbruch tut, da mich die Geschichte wirklich ergriffen hat. Sie hat mich inzwischen so sehr berührt, dass ich sie für eine Kurzpredigt sogar schon verwendet habe.

Das Buch ermutigt, nicht aufzugeben, immer auf Gott zu vertrauen, der eigenen Berufung zu folgen und in andere Menschen zu investieren. Ich kann das Buch daher nur wärmstens weiterempfehlen.

„Liebe ohne Grenzen“ von Pranitha Timothy und Anna Koppri. Hardcover. 304 Seiten. ISBN 978-3-7751-5673-8. 19,95 EUR.  Kann auf www.scm-haenssler.de erworben werden.

Lieblingsbücher: „Im Käfig der Angst“

Heute habe ich eine Autobiographie zu einer ernsten Thematik für euch. Sie hat mich aber unheimlich bewegt, sodass ich es auf jeden Fall allen angehenden und bereits aktiven Pastoren und Seelsorgern und ehrenamtlichen Helfern in der Gemeinde bspw. in der Diakonie, aber auch in der Kinder- und Jugendarbeit ans Herz legen möchte: „Im Käfig der Angst“ von Ille Ochs (die Schwester von dem bekannten christlichen Liedermacher Peter Strauch).

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Foto: https://www.scm-shop.de/im-kaefig-der-angst.html

Als Kind wurde Ille Ochs von ihrem Vater, einem beliebten Pastor, missbraucht. Jahrelang verdrängt sie das Geschehen völlig, wird aber immer wieder von Depressionen und Ängsten durch ihre Jugendzeit begleitet. Erst nach und nach realisiert sie, was damals geschah und setzt damit einen Bewältigungs- und Vergebungsprozess in Gang. Die Autorin will mit ihrer Autobiografie auf die Situation von Missbrauchsopfern aufmerksam machen und Betroffenen und Angehörigen Hilfe anbieten.

In der Autobiografie von Ille Ochs geht es nicht um Hetze gegen ihren mittlerweile verstorbenen Vater. Mich berührt es ungemein wie sie es schafft, die positiven und negativen Seiten an ihm zu zeichnen. Trotz allem gibt es sie – die Bilder einer unbeschwerten Kindheit und auf der anderen Seite die Szenen der Ängste und Schuldgefühle, die sie nicht einordnen kann und die sie verwirren. Mit leisen Zwischentönen malt Ille Ochs ihre Geschichte auf die Leinwand.

Dabei öffnet sie dem Leser ihr Herz und lässt ihn tief in sich hineinblicken. Gleichzeitig versteht sie es aber auch, Grenzen zu ziehen. Sie erzählt nicht alles, deutet manches nur an, sagt auch mal ganz klar, dass es für sie zu weit geht über etwas noch detaillierter zu berichten. Und doch bleibt das Buch dabei nicht an der Oberfläche, sondern geht auch in die Tiefe.

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt: 1. Im Käfig meiner Angst, 2. Flügelschläge, 3. Flug in die Freiheit, 4. Wachsende Flügel. Die Überschriften der vier Abschnitte lassen erahnen, dass sie mit dem Bild Vogels im Käfig, der dann seinen ersten Flug unternimmt, ihre Entwicklung beschreibt.

Für mich war besonders der letzte Abschnitt interessant. Darin beschreibt sie ihre Ausbildung und heutige Arbeit als Tanzsoziotherapeutin. Ihre Erkenntnisse aus der Ausbildung und Arbeit lassen sich auch auf andere Teile des Lebens übertragen. Ich fand daher gerade auch den letzten Teil sehr interessant und hilfreich für mich.

Das Schreibstil ist flüssig geschrieben, es ist auch nicht zu düster geschrieben, aber es ist dennoch ein Buch, das nachdenklich stimmt und der ernsten Thematik mehr als gerecht wird. Als angehende Pastorin fand ich das Buch für mich und meine zukünftige Arbeit als sehr hilfreich und es hat mich tief berührt. Das Buch ist daher für alle zu empfehlen, die sich näher mit der Thematik beschäftigen wollen.

Ille Ochs. „Im Käfig meiner Angst“. Gebunden. 2016. 256 Seiten. 16,95 EUR. Das Buch kann hier gekauft werden: www.scm-shop.de

Gib niemals auf

Mauer mit Fenster
Foto: J. Mueller/nachgedachtblog

Jahrelang saß er schon am Straßenrand – Tag ein, Tag aus. Die Leute kannten ihn. Jedes Mal wenn sie in die Stadt kamen oder es verließen, sahen sie ihn. Den Blinden. Manche gaben ihm etwas zu essen oder Geld. Viele gingen aber auch nur ganz schnell vorüber. In ihren Augen musste er schwer gesündigt haben, weil er so krank war und da war es für die eigene Seelengesundheit besser, wenn man ihn ignorierte. Wer weiß – vielleicht war ja Sünde ansteckend?

Eines Tages hörte er lautes Reden und Rufen. Viele Menschen kamen den Weg entlang. Immer wieder hörte er dabei einen Namen: Jesus von Nazareth. Diesen Namen kannte er. Das war doch dieser Rabbiner und Heiler, der so vielen Menschen schon geholfen hatte?! War er etwa da und konnte auch ihm helfen?

Hoffnung keimte in ihm auf. Er wollte Jesus auf sich aufmerksam machen und begann  laut zu schreien: „Jesus, Du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Immer und immer wieder schrie er diesen Satz so laut er konnte. Er wollte, dass Jesus in diesem Lärm ihn hörte und wahrnahm.

Sein Schreien war penetrant und es war unangenehm – eine Situation zum Fremdschämen. Da saß dieser Blinde, dieser Sünder, und schrie sich die Seele aus dem Leib. Und so fuhren ihn die Ersten an: „Jetzt sei doch endlich still! Halt die Klappe! Siehst Du nicht, dass Du störst?“ Doch der blinde Bartimäus ließ sich nicht davon beirren. Er schrie weiter und wurde sogar noch lauter.

Da blieb Jesus stehen und bat die Umstehenden, ihn herzuholen. Bartimäus stand auf, kam zu ihm und warf sich vor ihm nieder. Und Jesus fragte ihn: „Was soll ich für Dich tun?“ „Lehrer, ich will ich endlich sehen können“, antwortete Bartimäus. Jesus belohnte diesen Glauben und heilte ihn.

Ich mag diese Geschichte von Bartimäus und sie fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Da sitzt dieser Blinde auf den Trümmern der Vergangenheit. Jericho wurde im Lauf der Jahrtausende immer wieder neu aufgebaut. Als sie das erste Mal in der Bibel erwähnt wird, bricht die ganze Stadt gleich in sich zusammen. Bartimäus sitzt hier also buchstäblich auf den Trümmern der Vergangenheit – vielleicht auch seiner eigenen.

Und  doch hat er immer noch Hoffnung – die Hoffnung auf ein neues Leben durch Jesus. Er hätte, als er die vielen Menschen hörte, resignieren können. Wie sollte er diese Menschenmenge übertönen? Aber dieser Gedanke kam ihm anscheinend nicht, denn er fing an zu richtig penetrant zu schreien, um Jesus auf sich aufmerksam zu machen. Das war kein schüchternes Anschleichen an Jesus so wie bei der blutflüssigen Frau, sondern das war ein nicht zu überhörender Hilfeschrei, den Bartimäus da losließ.

Und auch als die anderen Menschen ihn anfuhren, er solle doch gefälligst still sein, da ließ er sich nicht davon beirren, sondern blieb hartnäckig dabei und wurde sogar noch lauter. Das bewundere ich. Und diese Beharrlichkeit brachte ihm den gewünschten Erfolg. Jesus hörte und heilte ihn.

Manchmal ergeht es uns ähnlich wie Bartimäus. Man hat einen großen Wunsch vor Augen und doch scheint die Erfüllung dieses Wunsches weit entfernt zu sein. Manchmal sorgen auch die Menschen in unserem Umfeld dafür, dass wir am liebsten aufgeben wollen. Die Geschichte von Bartimäus macht Mut, nicht aufzugeben, sondern dranzubleiben – egal, was die Anderen von einem denken mögen. Gib niemals auf!

Britt-Marie war bei mir

u1_978-3-8105-2411-9-56703803Britt-Marie hat sich frisch von ihrem Mann getrennt. Als sie feststellt, dass sie nicht eines Tages tot in ihrer Wohnung aufgefunden werden möchte, ohne dass sie von jemandem vermisst wird, begibt sie sich auf Stellensuche. Das Arbeitsamt vermittelt ihr eine Hausmeisterstelle im Jugendzentrum von Borg, einem kleinen, aussterbenden Kaff. Mit ihrer verschrobenen Art stellt sie bald das Dorf auf den Kopf.

Da ich Frederik Backmans andere Bücher gelesen habe, musste ich einfach auch dieses Buch lesen. Und wieder ist es ihm gelungen, mich zu fesseln und zum Lachen zu bringen. Sein Schreibstil ist ungewöhnlich. Die Sätze sind kurz, die Kapitel dafür lang. Ich gebe zu, dass mich dieses Mal sein Schreibstil etwas gelangweilt hat. Zu oft wurden mir manche Dinge wiederholt. Das war teilweise etwas nervig. Andererseits unterstreicht er damit die gewöhnungsbedürftigen Charaktereigenschaften von Britt-Marie, die durch das ganze Buch erhalten bleiben.

Wie auch in seinen anderen Büchern sind seine Charaktere außergewöhnlich und teilweise auch sperrig. Im realen Leben würde ich jemand wie Britt-Marie meiden. Sie wäre mir zu anstrengend. Hier im Buch habe ich sie liebengelernt. Ja, sie ist unbequem, aber sorgt gerade dadurch für komische Situationen, die mich zum Lachen brachten. Ihre Veränderung – insbesondere was das Zulassen von Gefühlen angeht – hat mich berührt. Auch ihre Geschichte. Auch die meisten anderen Charaktere waren für mich liebevoll gezeichnet und ich konnte sie schnell ins Herz schließen.

Ins Nachdenken gebracht haben mich dann einige Sätze, die der Autor insbesondere gegen Ende einfließen lässt. So zum Beispiel: „Denn wenn wir den Menschen, die wir lieben, nicht verzeihen, wer bleibt dann noch? Was ist Liebe, wenn sie nicht bedeutet, unsere geliebten Menschen zu lieben, gerade wenn sie es nicht verdienen?“ (S. 336)

Als Fazit bleibt mir zu sagen: Britt-Marie war hier bei mir und hat sich definitiv in mein Herz geschlichen. Ich kann das Buch allen Lesern empfehlen, die lustige, aber auch tiefsinnige Geschichten mögen.

„Britt-Marie war hier“, Fischer Krüger Verlag, 2016, ISBN 978-3-8105-2411-9, 384 S. gebunden mit Schutzumschlag, 19,99 EUR. Das Buch kann hier gekauft werden: http://www.fischerverlage.de/buch/britt-marie_war_hier/9783810524119

Veränderung ist möglich

So Klausuren und Sommerurlaub sind vorbei, da kann ich dann hier wieder durchstarten mit neuen Beiträgen. Heute möchte ich euch mal auf den aktuellen Stand bringen, was sich bei mir so in den letzten 8 Wochen verändert hat.

Ich war schon immer ein Sportmuffel und Sportlegastheniker. Es fiel mir immer schon schwer mit meinen Klassenkameraden im Sportunterricht Schritt zu halten. Und da ich im Sportunterricht regelmäßig für meine Unsportlichkeit irgendwelche Sprüche gedrückt bekam, hörte ich nach der Schule komplett damit auf. Ich begann sehr stark zuzunehmen. Ich unternahm zwar immer wieder irgendwelche Anläufe, um abzunehmen. So meldete ich mich bspw. in einem teuren Fitnessstudio an, aber nach 2-4 Wochen hörte ich damit wieder auf. Auch Weight Watchers probierte ich aus – ohne Erfolg (ich  nahm eher zu als ab).

Im Juni reichte es mir dann: Mir war es einfach nur noch peinlich, dass ich bei einer langsamen Spazierrunde um den Zeltplatz (ca. 1,7 km) schon völlig aus der Puste war. Für meinen zukünftigen Beruf brauche ich ein gewisses Maß an Fitness und da musste ich so langsam aber sicher was tun.

Ich hatte in diesem Jahr „The biggest Loser“ auf Sat1 verfolgt und die Abnehmerfolge der Kandidaten beeindruckten mich sehr. Tja, und dann sah ich, wie eine Facebookfreundin von mir sich zum „Last Minute Summer Workout“ von Mareike Spaleck anmeldete. Mareike kannte ich von der diesjährigen „The biggest loser“-Staffel als Coach und ich dachte mir nur: „Wenn sie es geschafft hat, ihre Kandidaten fit zu machen, dann schafft sie das auch bei mir.“ Und da der Kurs nur 9,90 € kostete, meldete ich mich an. Das war der Startpunkt für ein neues Leben. Seitdem hat sich Vieles bei mir verändert:

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Foto: K. Mueller / nachgedachtblog
  1. Ich habe in den acht Wochen 7 kg verloren und damit seit Februar insgesamt 10 kg. So eine große Abnahme – vor allem über den Zeitraum von einem halben Jahr – hatte ich bisher nicht geschafft.
  2. Ich habe mich mental verändert und nun mehr Disziplin und einen größeren Durchhaltewillen. Ich hatte zu Beginn der Woche 4 auf einmal eine Zunahme von 4 kg – und das von einer Woche zur nächsten ohne dass ich „gesündigt“ hätte. Normalerweise hätte ich sonst aufgegeben, aber ich habe einfach weitergemacht und hatte nach drei Wochen Urlaub auf einmal 5kg weniger.
  3. Ich ernähre mich bewusster: Ja, ich gönne mir noch was – bspw. in Form von Pizza oder Nachtisch. Aber ich esse inzwischen viel mehr Gemüse und Obst und Ungesundes habe ich reduziert: statt 3-4 Stück Kuchen sind es nur noch 1-2 Stück, wenn ich mal irgendwo eingeladen bin. Statt einem Riesenvorrat an Yoghuretten, habe ich nur noch eine Tafel dunkler Schokolade da und da ich die überhaupt nicht mag, reichen mir bei Heißhunger auf Schoggi nur 1-2 Stück, während ich früher locker eine große Packung Yoghurette gegessen habe. Wenn ich früher einkaufen ging, dann konnte ich nicht anders als Süßigkeiten zu kaufen. Mittlerweile halte ich mich so lange bei Obst und Gemüse auf, dass ich gar keine Zeit und Lust mehr habe, noch bei den Süßigkeitenregalen vorbeizuschauen.
  4. Ich freue mich über sportliche Herausforderungen. Im Urlaub habe ich zum Beispiel eine Wanderung über ca. 10 km mit einem Höhenunterschied von 430m mit meinem Vater unternommen. Noch vor einem Jahr hätte ich das nicht gemacht – mir auch gar nicht zugetraut. Vor zwei Wochen bin ich mit den anderen Teilnehmern einer Jugendsingwoche insgesamt 16 km mit dem Fahrrad gefahren – so eine Distanz noch dazu in einer Gruppe hätte ich noch vor wenigen Wochen nicht gewagt. Gestern war ich beim Badminton und morgen habe ich vor, das neue Programm „Kraftakt“ auszuprobieren und später bei Basketball vorbeizuschauen – aufgrund meiner Mobbingerfahrung im Sportunterricht bedeutet insbesondere Mannschaftssport eine große Überwindung für mich, aber ich habe es dennoch versucht und werde es morgen versuchen und an Badminton bleibe ich definitiv dran – auch wenn mir danach die Schulter höllisch weh getan hat.

Jemand schrieb mir auf Facebook, dass das Schwierigste am Abnehmen sei, dranzubleiben. Das stimmt. Die Disziplin ist echt schwierig und immer noch eine Herausforderung. Aber wenn man sein Leben verändern möchte, dann muss zuerst eine Veränderung der Denkweise her und diese Veränderung bekomme ich an jedem Tag an dem ich mich nicht bewegt habe oder bei jedem Einkauf im Supermarkt zu spüren.

Dabei hat mir auch die Facebookgruppe geholfen, die zu den Programmen von Mareike und Siggi Spaleck dazu gehört. Die Fotos von den Einkaufswägen der anderen MitstreiterInnen des Last Minute Summer Workouts, die nur mit gesunden Zutaten gefüllt  waren, waren für mich der Anstoß dazu, ebenfalls die Süßigkeiten wegzulassen und nur noch Gesundes einzukaufen und auch in der Mensa lieber mehr an Salat und Gemüse zu essen. Wenn ich täglich auf Facebook bei den Anderen sehe, dass sie sich ebenso anstrengen und welche Erfolge sie schon aufzeigen können, dann motiviert mich das unheimlich und hilft mir, dranzubleiben.

Jedes Programm von SPA up your life von Mareike und Siggi Spaleck endet nach 4 Wochen. Da es kein Abo ist, muss ich mir jeden Monat neu bewusst überlegen, ob ich weitermachen oder aufhören will. Diese bewusste Entscheidung hilft mir, dranzubleiben. Ich bin daher froh, dass es kein Abo ist, sondern dass ich immer wieder herausgefordert werde, meine Entscheidung zu überdenken und neu zu treffen. Mit jedem neuen Programm kann ich mir zudem neue Ziele stecken: seien es Abnehmziele oder was meine Fitness angeht. Das ist dann immer eine zusätzliche Motivation und hilft mir enorm dabei, dranzubleiben.

Neulich hatte Siggi Spaleck in unserer Facebookgruppe ein Video von Sportlern gepostet, die alle irgendein Handicap hatten – bspw. fehlende Gliedmaßen. Es war wirklich beeindruckend zu sehen wie ein Sportler, der nur einen Arm hatte, mit diesem Arm irre schwere Gewichte gestemmt hat. Wenn für diese Sportler ihr Handicap kein Hindernis und keine Entschuldigung dafür ist, keinen Sport zu machen, dann habe ich als gesunde, junge Frau erst recht keine Entschuldigung dafür, keinen Sport zu machen.

Ich kenne mittlerweile viele Entschuldigungen, weshalb ich keinen Sport machen kann: zu müde, Kopfschmerzen, Fuß verknackst, keine Zeit usw. usw. Ich habe in diesen acht Wochen gelernt: 1. Man muss auch mal hart zu sich selbst sein, wenn man sein Leben verändern möchte, 2. der Weg ist das Ziel und 3. Aufgeben ist keine Option.

Was meine ich damit? Die alten Gewohnheiten sind so sehr eingefahren, dass es echt schwer ist, sie zu ändern. Wie oft habe ich mich durch Müdigkeit, Kopfschmerzen usw. früher vom Sport abhalten lassen. Mir war jede Ausrede recht. Und es ist auch jetzt noch teilweise schwer für mich, mich dann zum Sport zu motivieren. Aber ich sage mir dann: „Ich versuche jetzt trotzdem“ und ziehe mein Sportprogramm dann durch. Es gibt eben keine Entschuldigungen mehr – selbst wenn ich mir den Fuß verknackst habe. Dann werden eben andere Übungen gemacht, aber ich mache trotzdem Sport. Und ich merke wie dadurch Stück für Stück der innere Schweinehund leiser wird.

Natürlich gab es in diesen acht Wochen auch mal Tage in denen ich in alte Verhaltensmuster zurückgefallen bin. Aber da kommen für mich 2. und 3. ins Spiel. Ich befinde mich auf dem Weg „Leben verändern“ und solange ich da nicht aufgebe, habe ich das Ziel schon erreicht, denn über kurz oder lang werde ich dann auch das Ziel „Wunschgewicht“ erreichen. Ich hatte mir früher immer mein Wunschgewicht als Ziel gesetzt und habe nicht durchgehalten, weil einfach der Weg dahin echt mühsam ist. Mehr als 30 kg abzunehmen, schafft man nicht so einfach von heute auf morgen. Da sind viele Aufs und Abs damit verbunden. Heute setze ich mir das Ziel „der Weg dahin“. Und jeder Tag, an dem ich mein neues Leben lebe und neue Verhaltensmuster einstudiere, ist ein Erfolg.

Daher ist Aufgeben für mich keine Option. Selbst wenn ich mal in alte Verhaltensmuster zurückfalle und scheitere, ist das Schlimmste, was ich in dieser Situation tun könnte, aufzugeben und wieder in das alte Leben zurück zu kehren. Damit wäre der gesamte bisherige Erfolg tatsächlich hinüber.

Wie lernt ein Kind Laufen? Indem es aufsteht, zwei Schritte läuft, hinfällt und wieder aufsteht und wieder ein paar Schritte läuft. Wenn ein Kind gleich beim ersten Hinfallen aufhören würde zu laufen, würde es das nie lernen, aber indem es nicht aufgibt, sondern es immer wieder von Neuem versucht, kann es irgendwann laufen. Deshalb: Aufgeben ist keine Option! Immer weitermachen!🙂

Und wer sagt: Ich möchte auch mein Leben verändern und gesünder leben, dem kann ich das Programm von Mareike und Siggi nur weiter empfehlen. Morgen beginnt „Kraftakt“ – das neue Sportprogramm im Rahmen von „SPA up your life“. Wenn ihr euch daher etwas Gutes tun wollt, dann macht doch mit für vier Wochen! Hier erfahrt ihr mehr darüber: http://www.spa-me.de/kraftakt/

Lieblingsbücher: Bei Anruf Herzklopfen

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Foto: http://www.gerth.de/fileadmin/bilder/produkte/big/817048b.jpg

Heute habe ich für alle Leseratten unter euch die perfekte Strandlektüre für euren Urlaub: „Bei Anruf Herzklopfen“ von Lorna Seilstad. Und darum gehts: Viel zu früh muss die junge Hannah Gregory Verantwortung für ihre beiden jüngeren Schwestern übernehmen und sich von ihrem Traumberuf als Anwältin verabschieden. Um ihr Überleben zu sichern, bewirbt sie sich um eine Stelle als Telefonistin. Als ihr Elternhaus versteigert wird, lernt sie den jungen Anwalt Lincoln Cole kennen. Er hat Mitleid mit den drei Schwestern und beginnt, sich für sie einzusetzen und sie zu unterstützen. Dies stößt bei Hannah zunächst auf wenig Gegenliebe, hat er sie doch aus ihrem Elternhaus vertrieben. Doch als ihr Jugendfreund in große Schwierigkeiten gerät, bittet sie Lincoln um seine Hilfe als Rechtsbeistand…

Das Buch hat mich positiv überrascht. Normalerweise stehe ich mit christlichen Liebesgeschichten etwas auf Kriegsfuß, da mir der christliche Glaube oft als etwas aufgesetzt und nicht authentisch in diesen Romanen erscheint. Hier fügt er sich aber wunderbar in die Geschichte ein.

Die Geschichte ist spannend und fesselnd erzählt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es mit Hannah und Lincoln weitergeht. Alle Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und auch die Nebencharaktere wie bspw. Hannahs Schwestern waren für mich sehr interessant. Gut fand ich es auch, dass ihre Gedankengänge aufgezeigt wurden.

Interessant waren für mich auch die Einblicke in die damalige Zeit. Ich kannte den Beruf der Telefonistin aus diversen Filmen, konnte aber mit dem Beruf und den Aufgaben einer Telefonistin wenig anfangen. Das Buch hat dies nun geändert.

Das Buch ist insgesamt eine lockere und leicht zu lesende Lektüre für zwischendurch und allen zu empfehlen, die christliche Liebesromane mit einer Prise Humor mögen.

Erwerben könnt ihr das Buch bei Gerth Medien.