Sklaverei – damals und heute

Krebser Wasserfälle
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Neulich habe ich in meiner Bibel den Philemonbrief von Paulus gelesen. Philemon war ein guter Freund von Paulus. Als reicher Mann hatte er auch Sklaven – einer davon war Onesimus. Die Bibel sagt nicht warum, aber der Onesimus lief seinem Herrn davon und landete irgendwie bei Paulus in Rom, der dort im Gefängnis saß. Onesimus bekehrte sich in Rom und wurde Christ.

Paulus hätte Onesimus liebend gern behalten, das ging aber nicht, schließlich gehörte Onesimus ja nicht ihm, sondern Philemon. Also schickte er Onesimus zurück, nicht aber ohne ihm einen Brief für Philemon mitzugeben. Es ist sehr faszinierend zu lesen wie Paulus Philemon bittet, Onesimus gegenüber gnädig zu sein.

Ich weiß nicht, was in Philemon vorging als er diesen Brief las. Ich kann mir vorstellen, dass er anfangs wütend auf seinen Sklaven Onesimus war, aber ich hoffe, dass dieser Brief ihn berührt hatte. Rechtlich-moralisch gesehen war die Situation ja schon brisant. Rein rechtlich war Onesimus das Eigentum von Philemon. Und doch waren sie beide nach der Bekehrung von Onesimus Geschwister im Glauben. Beide waren nun Christen und damit im Glauben gleichgestellt. Das muss damals eine ganz besondere Situation gewesen sein.

Heute ist die Lage aber nicht weniger brisant. Klar, die Sklaverei ist heute offiziell abgeschafft und doch hält laut der Webseite www.slaveryfootprint.org jeder Bürger in den Industrieländern im Durchschnitt 40 Sklaven weltweit – allein durch seinen Konsum an elektronischen Artikeln wie Smartphones oder an Kleidung oder an Essen. Von der Sexindustrie ganz zu schweigen.

Als Christen sind wir dazu aufgefordert, Gutes für Andere zu tun. Wir sollen nicht egoistisch auf unseren eigenen Vorteil bedacht sein. Mir tut es heute weh, wenn ich bedenke, durch welches Leid andere Menschen gehen müssen, nur damit ich jährlich ein neues Smartphone bekomme, das ich eigentlich gar nicht brauche, weil man Altes noch völlig in Ordnung ist. Das ist es mir einfach nicht wert. Daher habe ich für mich beschlossen, mein bisheriges Smartphone so lange zu benutzen wie es noch funktioniert. Und ja, dann kann ich eben nicht vor meinen Freunden mit dem neuen iPhone angeben und vielleicht kann ich dann mit meinem Handy nicht so tolle Fotos schießen wie mit dem  neuesten iPhone oder Samsung Galaxy, aber wenn ich dadurch vllt. dazu beitragen kann, dass sich das Leben eines Menschen dadurch zum Positiven verändert, dann ist mir das das wert. Und vielleicht hat ja auch der eine oder andere von euch Lesern Lust, mit mir gleich zu ziehen und sein Konsumverhalten zu überdenken… 🙂 Der Domino-Day zeigt jedes Jahr aufs neue: Ein kleiner Dominostein – und sei er noch so klein – kann tausende von anderen Steinen – egal welcher Größe – zu Fall bringen. Ich will so ein Dominostein sein.

Advertisements

2 Gedanken zu “Sklaverei – damals und heute

  1. um ein Smartphone herzustellen, werden seltene Erden gebraucht. Beim Abbau dieser Erden entstehen oft bewaffnete Konflikte und Menschen & Länder werden der Ausbeutung ausgesetzt.
    Deshalb habe ich es bisher geschafft, der Versuchung eines Handy-Besitzes zu widerstehen……auch wenn es praktisch wäre, seine eingehenden Mails sofort zu sehen und zu bearbeiten……
    Ich bleibe dabei…und bereue es nicht ! 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Indem man seine Mails nicht gleich am Handy lesen kann, schafft man es, zum Beispiel auch mal im Urlaub zur Ruhe zu kommen und nicht alle fünf Minuten gestresst aufs Handy zu blicken nur weil da gerade eine E-Mail reingekommen ist. Ein Smartphone nicht zu besitzen, kann also auch weitere positive Effekte haben… 🙂

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s