Gott erleben: Seine Geduld I

Rheinblick von Loreley
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Vor einiger Zeit brachte mich ein Facebook-Freund auf die Idee, die Bibel in einem Monat durchzulesen. Bei meinem Lesetempo wären das ca. 38 Kapitel pro Tag. Das war mir dann doch ein wenig zuviel des Guten, daher habe ich das nur einen Tag lang tatsächlich geschafft. Aber ein Gutes hatte dieses Experiment dennoch: Man bekommt mal einen ganz anderen Überblick über die Bibel.

Ich habe an diesem Tag nämlich 1. Mose 1 – 38 gelesen. Das Buch 1. Mose ist ein Teil der Bibel, den ich schon öfters gelesen habe. Darin wird erzählt wie Gott die Welt schuf, wie die ersten Menschen entstanden, wie die Sünde in die Welt kam und wie Gott sich aus einzelnen Personen schließlich ein ganzes Volk erschuf. Die Geschichten von Abraham, Isaak, Jakob und Josef sind spannend und herausfordernd.

Aber als ich sie jetzt las, fiel mir auf wieviel Geduld Gott mit den Menschen hat. Abraham baute zum Beispiel richtig großen Mist: Als gerade Hungersnot in seiner Heimat herrschte, ging er nach Ägypten. Seine Frau war sehr schön und er hatte Angst, dass der ägyptische Pharao ihn umbringen und sich seine Frau angeln würde. Aus dieser Not heraus gab er sie als seine Schwester aus. Die Lüge kam heraus und Abraham erhielt eine Donnerwetterpredigt, die sich gewaschen hatte.

Wer aber glaubt, dass er daraus gelernt hätte, hat sich geschnitten. Nur ein paar Jahre später kam Abraham wieder in die gleiche Situation und gab Sara erneut als seine Schwester aus – nur dieses Mal gegenüber einem anderen Herrscher. Auch hier kam wieder die Lüge heraus. Abrahams Sohn Isaak musste sich dieses Verhalten von seinem Vater abgeschaut haben – jedenfalls machte er dann später genau den gleichen Fehler.

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Foto: http://www.helenesouza.com / PIXELIO

Das wirklich Interessante an diesen Geschichten ist aber für mich, dass Gott weiterhin an Abraham und Isaak festhielt. Er kündigte ihnen danach nicht einfach die Freundschaft, sondern hielt an seinem generationsübergreifenden Vertrag, den er mit Abraham geschlossen hatte, fest. Mir zeigt das, dass Gott Geduld mit den Menschen hat. Er lässt einen nicht fallen – auch wenn man den gleichen Fehler mehrmals begangen hat. Er hält einen fest.

Das heißt nicht, dass Gottes Geduld grenzenlos ist. Es bedeutet auch nicht, dass man einen Freifahrtschein hat, die gleichen Fehler vorsätzlich immer wieder zu begehen. Gott erwartet von uns, dass wir unsere Fehler bereuen, dass wir daraus lernen und sie nicht mehr wieder tun. Er möchte, dass wir umdenken, dass wir uns zum Positiven verändern, dass wir wieder die Menschen werden als die er uns ursprünglich gedacht hatte. Aber er weiß auch, dass das nicht von heute auf morgen geschehen kann. Er weiß, dass dazu ein möglicherweise langwieriger Prozess notwendig ist und dass das Fallen mit dazugehört. Und er weiß auch, dass wir diese Veränderung nicht aus eigener Kraft schaffen, sondern nur durch und mit ihm.

Die Geschichte von Abraham und Isaak, aber auch die Geschichte des Volkes Israel zeigt mir, dass Gott in diesem Veränderungsprozess geduldig zur Seite steht. Er gibt mich nicht auf und wenn ich falle, dann hilft er mir geduldig wieder auf. Gott hat eine riesengroße Geduld und das finde ich großartig. Das liebe ich an IHM.

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