Liebe ist… das Gebot!

Ausflug Bodensee 08-2013
Foto: J. Müller / nachgedachtbog

Kennt ihr auch die „Liebe ist…“- Cartoons? Da ist immer ein Pärchen zu sehen und daneben oder drunter steht ein Spruch, der mit „Liebe ist…“. Manche sind lustig, manche auch ernst. Aber sie enthalten immer auch einen Funken Wahrheit. Auch in der Bibel finden wir „Liebe ist…“-Sprüche. Z. B. in 1. Kor. 13. Ich möchte heute aber nicht mit euch darüber nachdenken, sondern einen anderen Text lesen, der vielleicht auf Anhieb gar nicht so danach ausschaut:

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten… Wer meine Gebote kennt und sie befolgt, der liebt mich. Und weil er mich liebt, wird mein Vater ihn lieben und ich werde ihn lieben. Und ich werde mich ihm persönlich zu erkennen geben. (Johannes 14,15+21 Neues Leben)

Ich habe früher diesen Text immer so verstanden, dass das Halten der Gebote der Beweis unserer Liebe zu Gott ist. D. h. wenn ich die Gebote nicht halte, dann liebe ich Gott nicht. Dadurch ist für mich so ein Zwang entstanden – ich will Gott zeigen, dass ich ihn liebe, also muss ich die Gebote halten, sonst könnte er mich ja nicht mehr lieben…

Heute verstehe ich diesen Text anders und zwar seitdem ich folgenden Text gelesen habe:

„Wir haben erkannt, wie sehr Gott uns liebt, und wir glauben an seine Liebe. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott lebt in ihm. Und wenn wir in Gott leben, dann kommt seine Liebe in uns zum Ziel. Und wir können dem Tag des Gerichts mit Zuversicht entgegensehen, denn wir leben in dieser Welt in derselben Gemeinschaft mit Gott wie Christus. Und unsere Liebe kennt keine Angst, weil die vollkommene Liebe alle Angst vertreibt. Wer noch Angst hat, rechnet mit Strafe, und das zeigt, dass seine Liebe in uns noch nicht vollkommen ist. Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4,16-19 Neues Leben)

Die Liebe mit Gott funktioniert ganz anders. Alles fängt damit an, dass Gott uns liebt. ER sucht die Beziehung mit uns und tut alles dafür, dass die Beziehung möglich wird. Nicht wir müssen die Beziehung mühevoll suchen oder durch das Halten der Gebote verzweifelt versuchen, seine Liebe zu gewinnen. Nein, die Liebe zu ihm ist schon vorhanden. Wir müssen sie einfach nur zulassen.

Der Rest ist dann ganz einfach. Denn die Liebe ist die größte Kraft, die es gibt. Ich kann mich noch gut an mein Praktikum in Collonges vor einigen Jahren erinnern. Dazu muss ich sagen, dass während der Ausbildung zur Europasekretärin BWL und Französisch meine Horrorfächer waren. Hauptsache durch war mein Motto damals. Meine Prüfungen in Französisch (ich hatte in Französisch insgesamt 6 Abschlussprüfungen) schaffte ich irgendwie. Da mein zukünftiger Arbeitgeber aber gute Französischkenntnisse verlangte, machte ich noch ein Praktikum in Frankreich bevor ich bei ihnen einstieg. Dort verliebte ich mich in einen französischen Studenten. In dieser Zeit veränderte sich mein Verhältnis zu Französisch. Auf einmal war es die schönste Sprache der Welt und ich habe mich dahinter geklemmt wie noch nie zuvor.

Ich wollte die Sprache noch besser beherrschen, um mich mit ihm besser verständigen zu können. Ich hab mich auf die Stunden in der Sprachschule gefreut und wollte unbedingt besser werden und auf einmal war das ganz leicht. Warum? Weil ich bis über beide Ohren verliebt war.

Wenn ich Gott auch so liebe, dann ist das Halten der Gebote nicht mehr ein Beweis meiner Liebe, sondern es ist eine Selbstverständlichkeit. Man sehnt sich danach, das zu tun, was Gott will. Die persönliche Bibellese ist dann keine Pflichtveranstaltung mehr, die man abhaken muss, sondern sie wird zur schönsten Tageszeit und der Hunger nach mehr ist ziemlich groß.

Die Liebe dehnt sich auch auf unsere Mitmenschen aus:

„Gott selbst hat uns geboten, nicht nur ihn, sondern auch unseren Nächsten zu lieben.“ (1. Johannes 4,21 Neues Leben)

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Kind las, dass das 11. Gebot die Liebe zum Nächsten sei. Ganz stolz ging ich zu einem meiner älteren Cousins und fragte ihn: „Wie heißt das 11. Gebot?“ Er wusste darauf zunächst keine Antwort und so erklärte ich ihm ganz stolz: „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Umso enttäuschter war ich, als er meinte: „Stimmt doch nicht, das steht doch schon in den Geboten drinnen z. B. „du sollst nicht töten, stehlen, falsch Zeugnis reden usw.“

Als ich darüber nachdachte, stellte ich fest, dass er Recht hatte. Die 10 Gebote beschreiben die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Aber eigentlich bestehen sie nur aus einem Gebot: „Liebe!“

 

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