„Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

Aufstieg Hochhädderich Kreuz Allgäu
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Von Domenico Feti wird erzählt, dass er eines Tages von der Stadt Düsseldorf den Auftrag bekam, ein neues Altarbild für die Kirche zu malen. Es sollte die Kreuzigung Jesu darstellen. Doch Domenico tat sich sehr schwer damit, die Szene zu malen. Er kam einfach nicht weiter und so ging er eines Tages in den Wald, um auf neue Gedanken zu kommen. Auf einer Lichtung sah er ein junges Zigeunermädchen tanzen. Das Bild fesselte ihn so sehr, dass er schnell seinen Zeichenblock hervorholte und anfing sie zu skizzieren. Er sprach sie an und lud sie in sein Atelier ein, damit er sie fertig malen könne. Das Mädchen hieß Pepita.

Als sie in sein Atelier kam, fiel ihr Blick auf das Altarbild. Erschrocken fragte sie den Maler, was das Bild denn bedeuten würde und warum dieser Mann so leiden müsse. Sie löcherte Domenico so lange bis er ihr schließlich genervt die Geschichte von Jesus erzählte. Als er sie beendete, liefen Tränen über Pepitas Wangen. Sie fragte ihn: „Ihr müsst ihn doch sehr lieben, weil er das alles für Euch getan hat, Herr, oder?“ Domenico war von dieser Frage beschämt. Darüber hatte er noch nie nachgedacht. Sie war für ihn einfach nur eine Geschichte wie jede andere auch gewesen – ohne eine Bedeutung für sein Leben. Er hatte sie so oft gehört, dass sie ihn gar nicht mehr berührte. Aber nun verfolgte ihn diese einfache Frage: „Nicht wahr – ihr liebt ihn doch sehr?“

Sie ließ ihn nicht mehr los und quälte ihn regelrecht. Er fing an, nach einer Antwort zu suchen und stieß so auf eine heimliche Versammlung von Protestanten. Das war noch zu einer Zeit als sich die Evangelischen heimlich treffen mussten, um ihren Glauben auszuleben. Bei einer ihrer Versammlungen kam Domenico zum Glauben an Jesus Christus. Dort fand er endlich die Antwort auf seine Frage und er beschloss, ein neues Altarbild zu malen.

Dieses Mal wollte er mit seinem Bild Jesu Liebe zu uns Menschen darstellen. Es sollte nicht mehr das Leiden, sondern Gottes unerschöpfliche Liebe zu uns zeigen und der Betrachter sollte dadurch zu einer Antwort aufgefordert werden. Unter das Bild schrieb er die Worte: „Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

Domenico wollte mit diesem Bild kein Geld verdienen und so schenkte er es seiner Stadt. Die Stadt stellte es in einer Galerie aus und zahlreiche Menschen kamen, um es zu sehen. Domenico stand jeden Tag in der Nähe des Bildes, um die Reaktionen zu beobachten und um davon zu erzählen, was er erlebt hatte. Eines Tages fiel ihm dort ein junges Mädchen auf, das bitterlich weinte. Er ging zu ihr hin – es war Pepita. Und dieses Mal erzählte er ihr nochmal die Geschichte von Jesus, aber dieses Mal völlig anders. Er erzählte von einem Jesus, der sie so sehr liebte, dass er sogar für sie gestorben war. Pepita übergab ihr Leben Jesus.

Ungefähr hundert Jahre später kam Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf nach Düsseldorf und besichtigte ebenfalls die Galerie. Er blieb lange vor dem Bild von Domenico Feti stehen. Ihn packte die Frage: „Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“ Sie ließ ihn nicht mehr los und führte ihn dazu, dass er sein Leben ebenfalls Jesus weihte. Er gründete später ein Missionswerk wodurch wiederum Tausende von Menschen von Gottes Liebe zu uns Menschen hörten.

Das Bild existiert auch heute noch. Es hängt in der alten Pinakothek in München und gibt  auch heute noch jeden Tag die Frage weiter: „Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

Wer gerne das Bild sehen möchte, findest es hier.

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12 Gedanken zu “„Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

  1. Hat dies auf schmillblog rebloggt und kommentierte:
    „Er [Jesus] aber sprach: Wem gleicht das Reich Gottes, und womit soll ich’s vergleichen? Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen. Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.“ Lukas 13,18-21

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  2. Hinter meinem zweiten Kommentar steht auf meinem Bildschirm:

    Pingback: “Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?” | Christliche Blogger Community

    Hast Du ’ne Ahnung, was das bedeutet? Es stört mich nicht 🙂 – würde nur gerne wissen, welcher Sinn dahinter steckt.

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