Glaube heute?!

Hausbachklamm
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Wisst ihr was mir an der Bibel besonders gut gefällt? Die Bibel erzählt von Menschen, die genauso wie wir ihre Stärken und Schwächen haben. Sie sind keine fehlerlosen Superhelden, sondern ganz normale Menschen.

Das ist mir gestern wieder mal bewusst geworden, als ich Markus 16,9-14 gelesen habe:

Jesus war am frühen Sonntagmorgen von den Toten auferstanden und erschien zuerst Maria von Magdala, die er von sieben Dämonen befreit hatte. Sie ging zu den Jüngern, die um ihn trauerten und weinten, und berichtete ihnen, dass Jesus lebe und dass sie ihn gesehen habe. Doch sie glaubten ihr nicht. Danach erschien er in veränderter Gestalt zwei Jüngern, die von Jerusalem unterwegs aufs Land gingen. Sie liefen zurück, um es den anderen zu erzählen, aber keiner glaubte ihnen. Später erschien er den elf Jüngern, während sie gemeinsam aßen. Er rügte ihren Unglauben, ihre hartnäckige Weigerung, denen zu glauben, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. (Markus 16,9-14 Neues Leben)
Die Jünger sind so herrlich menschlich. Jesus soll auferstanden sein? Das kann gar nicht sein! So etwas gibt es nicht! Dass sie Maria von Magdala nicht glaubten war für die damalige Kultur typisch. Man glaubte Frauen allgemein nicht. Vor Gericht wurden sie beispielsweise damals auch nicht als Zeugen zugelassen. Dass sie aber auch den beiden Jüngern nicht glaubten, macht sie mir irgendwie sympathisch. Erst als sie Jesus selbst sehen und ihm begegnen, fangen sie an, zu glauben.
Bis heute ist die Zahl derer, die an der Auferstehung Jesu zweifeln, ziemlich hoch. Selbst in der Theologie gibt es Versuche, die Auferstehung zu einem rein symbolischen Geschehen hinwegzudiskutieren. An die Wundergeschichten der Bibel zu glauben sei für den heutigen, aufgeklärten Menschen nicht mehr möglich.
Klar – naturwissenschaftlich kann ich nicht erklären wie so etwas wie die Auferstehung geschehen konnte. Ich habe keine Erklärung dafür und könnte diesen Vorgang auch nicht wiederholen. Aber deswegen glaube ich ja. Glaube ist nicht mit Wissen gleichzusetzen. Beim Glauben geht es nicht darum, Wunder erklärbar zu machen. Glauben ist das Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht (Hebräer 11,1). Nicht mehr und nicht weniger.
Mark Batterson, Hauptpastor der National Community Church in Washington D.  C., schreibt in seinem Buch „Wunderland – Mit Gott ist nichts unmöglich“ folgendes:
„Wenn es darum geht, Wirklichkeit und Theologie in Einklang zu bringen, dann gehen wir oft den falschen Weg. Zweifel entwerten unsere Theologie so lange, bis sie zu unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit passt. Glauben aber bedeutet das genaue Gegenteil. Anstatt zuzulassen, dass die Umstände des Lebens einen Keil zwischen Sie und Gott treiben, stellt der Glaube Gott zwischen Sie und Ihre Umstände. Das ist etwas anderes, als die Tatsachen zu leugnen. Sie erkennen damit an, dass es eine Wirklichkeit gibt, die weitaus realer ist als das, was Sie mit Ihren fünf Sinnen wahrnehmen können. Glaube ist ein sechster Sinn, der uns befähigt, das Unmögliche zu bemerken. Und der Glaube verpasst unserer Wirklichkeit letztlich ein Update, bis sie mit ihrer Theologie übereinstimmt.“ (Aus: „Wunderland – Mit Gott ist nichts unmöglich“, Mark Batterson, SCM Verlag, 2016, S. 204)
Auch wenn ich es nicht erklären kann, so glaube ich an die tatsächliche Auferstehung Jesu. Für mich ist es eines der Geheimnisse Gottes. Ich weiß nicht, wie er das geschafft hat. Ich weiß nur, dass ich daran glaube.
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