Respekt – nur noch ein Fremdwort?!

Tribüne
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Neulich erst las ich mal wieder in den Kommentaren eines Artikels wie unsere Kanzlerin aufs Übelste beschimpft wurde. Sie sei wahnsinnig war dabei noch das Harmloseste. Aber es ist ja nicht nur unsere Kanzlerin, die zur Zeit immer wieder einen Shitstorm nach dem Anderen erlebt, sondern es sind auch unzählige Prominente und selbst ganz normale User davon betroffen. Es scheint so als wäre Respekt ein Fremdwort in den sozialen Medien und sogar in der realen Welt geworden.

Versteht mich nicht falsch – ich bin auch nicht immer mit der Politik unserer Kanzlerin einverstanden und auch nicht mit dem Verhalten mancher Promis und der User. Aber ich würde niemals auf die Idee kommen, diese Menschen, die ich noch nicht einmal persönlich kenne, zu beschimpfen und persönlich zu werden.

Insbesondere wenn es um Politiker geht, habe ich vor Augen wie sich Jesus gegenüber dem Staat verhielt. Damals standen die Juden mit dem römischen Reich auf Kriegsfuß. Sie fanden es gar nicht toll, von den Römern regiert zu werden. Immer wieder gab es Aufstände und Unruhen. Jesus selbst ließ sich nur einmal auf dieses politische Thema ein. Da stellten ihm die Pharisäer eine Fangfrage: „Ist es richtig, an den Kaiser Steuern zu zahlen?“ Jesu Antwort darauf war so genial wie einfach:

„Doch Jesus durchschaute ihre böse Absicht und sagte: »Ihr Heuchler! Warum versucht ihr, mich mit euren Fangfragen in eine Falle zu locken? Zeigt mir eine römische Münze, mit der die Steuern zu bezahlen sind.« Als sie ihm die Münze1 reichten, fragte er sie: »Wessen Bild und Titel ist hier eingeprägt?« »Das Bild und der Titel des Kaisers«, antworteten sie. »Nun«, sagte er, »dann gebt dem Kaiser, was ihm gehört. Und gebt Gott, was Gott gehört.«Seine Antwort machte sie sprachlos, und sie gingen weg.“ (1. Petrus 2,11-17 Neues Leben)
Mit anderen Worten ausgedrückt: Auch wenn ihr anders über die Politik denkt und nicht damit einverstanden seid, so respektiert ihn, indem ihr euch an die herrschenden Gesetze haltet. Petrus haben diesen Ansatz sogar noch verschärft:
„Ordnet euch den staatlichen Gewalten unter, denn das entspricht dem Willen Gottes: sei es dem König als Staatsoberhaupt oder den Beamten, die er ernannt hat… Erweist dem König Respekt.“ (1. Petrus 2,13.14.17 Neues Leben)
Die Frage ist daher für mich, wie man dieses Prinzip auf Jetzt und Heute übertragen kann. Wie spreche ich über unsere Politik? Habe ich Respekt gegenüber unseren Politikern auch wenn ich nicht mit ihrer Agenda übereinstimme? Erkenne ich an, was sie alles leisten und was es für sie bedeutet?
Das sind alles Fragen, die mich bewegen, wenn ich über dieses Thema nachdenke. Wie geht es euch damit?
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4 Gedanken zu “Respekt – nur noch ein Fremdwort?!

  1. Ich kenne mich zu wenig in der Politk aus, um überhaupt etwas darüber zu sagen. Sicher ist man nicht mit allem einverstanden. Wenn man aber das Große Ganze nicht durchblickt, hält man sich besser zurück.
    Was aber Fakt ist: Gerade WEIL die Shitstormer ihre Opfer nicht persönlich kennen ist es einfacher, über sie her zu ziehen. Die sozialen Netzwerke haben das Mobbing sozusagen vereinfacht. Es ist deprimierend, dass zu wenig respektierende Wertschätzung der viel zu häufigen denunzierenden Agressivität gegenübersteht…

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      1. Jetzt brauchen sich die Feiglinge nicht mal mehr in der Gruppe stark fühlen, jetzt hauen sie daheim inter verschlossenen Türen auf die K…..
        Bedauerlich, wenn man ein so verschwindend geringes Selbstbewusstsein hat…

        Gefällt 1 Person

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