Lieblingsbücher: Gute Geister

Als erstes muss ich mich bei euch, liebe Leser entschuldigen. Ich war letzte Woche krank und bin dann übers Wochenende weggefahren, sodass ich es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft habe, euch mein zweites Lieblingsbuch vorzustellen. Das möchte ich heute nachholen. 🙂

Gleichzeitig möchte ich auch ankündigen, dass ich für die restliche Woche eine Pause mit dem Bloggen einlegen werde. Ich habe diese Woche sehr viele Vorlesungen und habe gerade einige wichtige Dinge in der Pipeline, die nicht warten können. Daher wird dieser Buchtipp der einzige Artikel in dieser Woche sein. Ich lade euch aber herzlich ein, in den alten Artikeln zu stöbern.

So – jetzt aber zu einem weiteren meiner Lieblingsbücher:

Gute Geister von Kathryn Stockett
Foto: http://www.randomhouse.de/

Skeeter – eigentlich heißt sie Eugenia – ist eine junge, weiße Amerikanerin aus reichem Elternhaus, die in den 60er Jahren in Jackson, Mississippi lebt. An Heiraten und Kinderkriegen hat sie kein Interesse. Sie möchte viel lieber Journalistin werden und Karriere machen. Da kommt ihr die zündende Idee für ein Buch. Doch dazu benötigt sie neben sehr viel Mut auch noch die Hilfe zweier Dienstmädchen: Aibileen und Minny.

Die Autorin überzeugt mit ihrem Roman auf ganzer Linie. Kein Wunder also, dass das Buch nicht nur ein Bestseller ist, sondern inzwischen auch schon verfilmt wurde.

Kathryn Stockett schafft es, die verschiedenen Charaktere überzeugend und authentisch darzustellen. Jeder der Charaktere schildert seine Sicht der Dinge aus der Ich-Perspektive. Dabei verwendet die Autorin auch noch unterschiedliche Schreibstile. Während Skeeter gebildet klingt und keine Umgangssprache verwendet, verwenden beide Dienstmädchen die Umgangssprache, um sich auszudrücken. Alle drei Protagonisten haben aber die Zeitform gemeinsam: Im Gegensatz zu anderen Romanen hat die Autorin hier die Gegenwart als Zeitform ausgewählt.

Das Leben der beiden Dienstmädchen wird so authentisch geschildert, dass man als Leser meint, die Autorin hätte selbst einmal als Dienstmädchen in den 60er Jahren gearbeitet – so realistisch und glaubwürdig klingen ihre Schilderungen.

Für mich als Europäerin, die ich in den 80er Jahren geboren wurde, klangen manche Vorstellungen der weißen Amerikaner unmöglich: Die afroamerikanischen Dienstmädchen wären schmutzig und mit Bakterien und Krankheiten versorgt – deswegen sollten sie bspw. eigene Toiletten benutzen und nicht die ihrer weißen Dienstherren. Darüber kann man aus heutiger Perspektive nur den Kopf schütteln und es scheint schon fast unvorstellbar, dass es im 20. Jahrhundert in Amerika Menschen gab, die tatsächlich so dachten. Gut eingeflochten in das Buch sind auch die bekannten Figuren und Geschehnisse der damaligen Zeit – bspw. Martin Luther King oder die Freedom Riders oder Kennedys Tod.

Für mich war das Buch eine sehr überzeugende Darstellung der Mentalität und des Denkens der Menschen in den Südstaaten in den 60er Jahren. Die Autorin überzeugt mit der großen Warmherzigkeit ihrer Hauptprotagonisten und ihrer authentischen, glaubwürdigen Darstellung. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und vergebe ihm daher fünf Sterne.

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