Gott beruft – auch heute

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Foto: ©S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Jeremia lebte vor langer, langer Zeit in Anatot im Gebiet des Stammes Benjamin. Er stammte aus einer Priesterfamilie und sollte eigentlich auch Priester werden, aber dann kam ihm eines Tages Gott dazwischen – und das geschah so:

Im Jahr 427 v. Chr. war der König Josia an der Herrschaft. Das war ein guter König. Er führte die alten Gesetze wieder ein und achtete darauf, dass Gottes Gebote wieder Beachtung fanden. In diesem Jahr sprach Gott zu Jeremia und sagte:  »Ich kannte dich schon, bevor ich dich im Leib deiner Mutter geformt habe. Schon vor deiner Geburt habe ich dich dazu bestimmt, dass du den Völkern meine Botschaften überbringst.« (Jeremia 1,5 Neues Leben)

Schon vor seiner Geburt hatte Jeremias zukünftiges Leben einen Sinn und Zweck: Er sollte Gottes Bote sein – nicht für ein kleines Dorf oder eine Stadt, auch nicht für eine Nation, sondern gleich für mehrere Nationen! Was für eine Aufgabe und Herausforderung! Kein Wunder, dass da der junge Jeremia erst einmal völlig eingeschüchtert war und auf sein junges Alter und mangelnde Redebegabung hinwies. Aber Gott bestärkte ihn und machte ihm Mut. Er würde ihm die richtigen Worte in der jeweiligen Situation schenken und ihn mit der nötigen Vollmacht ausstatten. Jeremia wäre damit nicht auf sich allein gestellt, sondern hätte Gott hinter sich.

Die Geschichte von Jeremia zeigt: Gott beruft nicht die Selbstsicheren, sondern die Selbstzweifler. Große biblische Gestalten wie Mose oder auch Jeremia zweifelten an sich selbst als Gott sie berief. Sie warteten Gott jeweils mit einer Liste an Nichtkönnen auf. Aber Gott hat einen Plan. Er möchte die Selbstzweifel seiner Leute in Gottvertrauen umwandeln und das tut er auch hier bei Jeremia. Gott verspricht ihm, dass er immer bei Jeremia sein würde, dass er sogar über ihn wachen würde:

„Dann fragte mich der Herr: »Jeremia, was siehst du?« Ich antwortete: »Ich sehe einen Mandelbaumzweig.« »Ja, das ist richtig«, sprach der Herr. »Er steht als Zeichen dafür, dass ich wache. Alles wird so geschehen, wie ich es ankündigen werde.«“

Jeremia muss nicht selbst sprechen und aus eigener Kraft die richtigen Worte finden, sondern Gott wird durch ihn reden. Wenn Gott durch einen spricht, dann ist man nicht zu alt, zu jung oder zu unerfahren. Gott ist es, der spricht und nicht wir selbst. Wenn wir uns das bewusst machen, dann schwindet die Angst vor Versagen oder vor anderen Menschen. Wir wissen dann: Uns kann nichts passieren! Gott ist mit uns!

Normalerweise interessieren mich die chronologischen Angaben bei solchen Bibeltexten wenig und ich überlese sie oft. Aber an dieser Stelle finde ich sie hochinteressant. Gott berief Jeremia während der Regierungszeit von Josia. Wie oben erwähnt, war Josia sehr dahinter her, das zu tun, was Gott wollte. Die Könige, die danach an die Macht kamen, gehorchten Gott nicht und wurden dafür dann von Jeremia scharf gerügt. Indem Gott Jeremia während der Regierungszeit von Josia berief, schenkte er Jeremia wahrscheinlich so etwas wie eine „Einarbeitungszeit“. Er konnte sich an seine neue Aufgabe gewöhnen und einfinden, ohne gleich ans Eingemachte zu gehen. Gott forderte damit Jeremia durchaus heraus, aber er überforderte ihn nicht. Das gefällt mir an Gott.

Gott hat auch mich geschaffen und gewollt und er hat auch mit meinem Leben einen Plan. Genauso hat er auch für jeden von euch einen Plan. Und wir dürfen darauf gespannt sein, was Gott Großes mit uns vorhat.

Es ist nur natürlich, dass da auch mal Selbstzweifel kommen, wenn man vor neue Herausforderungen gestellt wird und Gott einem neue Aufgaben zeigt. Aber lasst uns nie den Mandelzweig (s. Bild oben) vergessen, der ein Zeichen dafür ist, dass Gott wacht und uns unterstützt und durch uns wirken möchte. Es sind nicht mehr wir, die reden und handeln, sondern Gott. Das macht Mut und befreit zu großen Taten!

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4 Gedanken zu “Gott beruft – auch heute

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