Das Hohelied der Hoffnung

1. Ausflug Velebit
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

In den letzten Tagen überschlugen sich nur so die Meldungen. Anfängliche Skepsis wich einem Erschrecken, Witz und Sarkasmus machten einer immer größer werdenden Angst und Sorge um geliebte Angehörige Platz. Wo vorher noch Menschen hoffnungsvoll in die Zukunft schauten, sehen sie nun auf die Trümmer ihrer finanziellen Existenz. Und das Szenario, was man höchstens noch aus Kriegszeiten oder aus totalitären Regimen kennt, ist nun Realität bei uns: Gottesdienste und andere Versammlungen sind verboten. Clubs, Bars und Kinos sind geschlossen, ebenso wie Kitas und Schulen. Das kulturelle Leben findet nicht mehr statt. Und eine Frage beschäftigt Viele: Wie soll es weitergehen?

Ich habe dieser Tage an ein Kapitel aus dem Römerbrief denken müssen. Die ersten Christen wurden ihres Glaubens wegen verfolgt. Sie konnten sich ebenfalls nicht öffentlich versammeln – wenn auch aus einem ganz anderen Grund als wir aktuell in der westlichen Welt. Auf Christsein stand damals die Todesstrafe. Und deshalb versammelten sie sich heimlich. Leid, Angst und Sorge waren ihnen nicht unbekannt.

Und gerade deshalb schrieb Paulus in seinem Römerbrief ein paar Zeilen, die sie in ihrer Lage ermutigen und ihnen neue Hoffnung geben sollten. Das Kapitel 8 des Römerbriefs ist als das „Hohelied der Hoffnung“ in die Geschichte eingegangen. Paulus will damit deutlich machen:

1. Weil Du Gottes Kind bist, hast Du Hoffnung auf das ewige Leben.

Wer sich für ein Leben mit Jesus entschieden hat, der ist ab dem Moment ein Kind Gottes. Er braucht keine Angst mehr zu haben.

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Foto: http://www.helenesouza.com / PIXELIO

„Alle, die sich von Gottes Geist regieren lassen, sind Kinder Gottes. Denn der Geist Gottes, den ihr empfangen habt, führt euch nicht in eine neue Sklaverei, in der ihr wieder Angst haben müsstet. Er hat euch vielmehr zu Gottes Söhnen und Töchtern gemacht. Jetzt können wir zu Gott kommen und zu ihm sagen: »Abba, lieber Vater!« Gottes Geist selbst gibt uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind. Als seine Kinder aber sind wir – gemeinsam mit Christus – auch seine Erben. Und leiden wir jetzt mit Christus, werden wir einmal auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen. Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird.“ (Römer 8,14-18 Hoffnung für alle)

Wir dürfen Hoffnung haben. Der Tod ist nicht das Ende, denn wir gehören zu Gott. Er  hat uns angenommen! Er hat uns als seine Kinder adoptiert. Deswegen brauchen wir uns auch nicht zu fürchten. Wir haben einen Stärkeren an unserer Seite. Durch ihn haben wir ewiges Leben. Das was hier auf Erden geschieht, wird irgendwann vorüber gehen, aber Gottes Herrschaft wird ewig sein. Auch wenn wir Leid erleben, so sollen wir doch den Blick auf das Eigentliche richten: nämlich auf Gott und seine Ewigkeit.

Paulus macht damit deutlich: Es gibt etwas Größeres. Richte den Blick nicht auf das, was Dir Angst macht. Richte den Blick auf Jesus und sieh das, was gerade passiert, von der Ewigkeit her an. Wenn Du Jesus angenommen hast, dann lebst Du nun ein neues Leben. Dann lebt Jesus in Dir und er hält Dein Leben in der Hand. Du brauchst Dir keine Sorgen um Morgen machen. Du bist nicht mehr alleine und Du musst Dich auch nicht alleine herumschlagen – Du lebst nun quasi in einer göttlichen WG! Und dadurch dürfen wir die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod haben.

Wenn alles in unserem Leben auseinander zu brechen scheint, wenn die Unsicherheit und die Angst vor der Zukunft überhand nehmen, dann gibt es eine Konstante in unserem Leben: unseren himmlischen Vater. Er ist da – immer da! Egal, was kommen mag! Gott ist unser Vater und wir dürfen zu diesem großen Gott sogar liebevoll Papa sagen! Wenn wir Gottes Kinder sind, dann dürfen wir uns bei ihm sicher und geborgen fühlen. Dann gibt es in all dem Chaos etwas Größeres – etwas, das uns auch durch diese Krise hindurch trägt.

2. Weil Du Gottes Kind bist, lebst Du anders.

Diese Gotteskindschaft hat laut Paulus Folgen: „So kann sich in unserem Leben der Wille Gottes erfüllen, wie es das Gesetz schon immer verlangt hat; denn jetzt bestimmt Gottes Geist und nicht mehr die sündige menschliche Natur unser Leben. Wer von seiner sündigen Natur bestimmt ist, der folgt seinen selbstsüchtigen Wünschen. Wenn aber Gottes Geist uns leitet, richten wir uns nach seinem Willen aus. Wozu uns die alte, sündige Natur treibt, das bringt den Tod. Folgen wir aber dem, was Gottes Geist will, so bringt das Frieden und Leben.“ (Römer 8,4.5)

Dieses Leben mit Jesus in dieser göttlichen WG verändert uns. Da kann man nicht mehr so weiterleben wie bisher. Egoismus bestimmt nicht mehr unser Leben, stattdessen wollen wir tun, was Gottes Willen entspricht.

Seit Tagen und Wochen wird von Hamsterkäufen berichtet und in manchen Gebieten von Streitereien um Lebensmittel. Immer noch bevölkern viele Menschen die öffentliche Plätze und junge Menschen feiern „Corona-Partys“. Rücksichtnahme scheint für manche Menschen ein Fremdwort zu sein. Die Angst leer auszugehen und verzichten zu müssen, ist größer als die Solidarität mit Anderen.

Esslingen a. Neckar
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Wer mit Gott lebt, lebt anders – der handelt selbstlos. Er möchte Gottes Willen tun. Gottes Wille wird immer wieder in der Bibel beschrieben: Er zeigt sich in der Zugewandtheit zum Menschen. Es ist die Liebe zum Anderen. Wer mit Gott lebt, stellt sich und seine Bedürfnisse zum Wohl des Anderen zurück.

Angst um das eigene Wohlergehen führt dazu, dass wir in Krisen egoistisch handeln. Der Blick auf Jesus und die Ewigkeit – auf das große Ganze – führt dazu, dass wir selbstlos handeln. In Krisen zeigen Menschen ihr wahres Gesicht – sind sie egoistisch oder haben sie den Anderen im Blick? Paulus macht deutlich: Wer mit Gott lebt, der wird Frieden und Leben verbreiten.

Ja, Sicherheiten brechen zur Zeit weg und die Zukunft ist ungewiss. Aber es gibt doch eine Konstante: Gott. Er ist größer als die Corona-Krise. Auch wenn sie uns stark beschäftigt, so brauchen wir keine Angst haben. Sie ist nicht das Ende. Und auch wenn sich Vieles dadurch verändern wird, so gibt es immer noch jemand Größeren, der unser Leben in der Hand hält: Gott. Wir gehören zu ihm. Wir sind seine Kind und das gibt uns in einer Zeit der Unsicherheit, wo vieles, auf einmal wegbricht, neuen Halt. Gott ist die Konstante in unserem Leben und er will uns ewiges Leben schenken. Und gerade weil er die Konstante in unserem Leben, sollen wir anders leben: nicht mehr egoistisch, sondern den Menschen zugewandt.

Paulus sagt noch viel mehr in diesem 8. Kapitel. Darauf werde ich in der nächsten Woche eingehen. Ich wünsche euch ein gesegnetes Wochenende!

 

 

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