Christus in allen

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Pfingsten ist zwar vorbei, aber in diesen Tagen gab es eine Aussage in der Pfingstgeschichte, die mich immer noch bewegt: „Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“ Im vorherigen Kapitel werden ein paar Leute erwähnt, die da waren: einmal die 11 Jünger und dann noch eine Reihe an Frauen und noch viele Andere.

Auf sie alle kommt an Pfingsten der Heilige Geist und erfüllt sie. Gott macht keine Unterschiede – sie alle werden von seinem Geist erfüllt. Da gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Da gibt es keine Unterschiede zwischen den ideologischen Gesinnungen oder den Berufen, die sie zuvor ausgeübt hatten. Da bekommt der ehemalige Zöllner Matthäus den Heiligen Geist wie auch Simon der Zelot.

Gott macht keine Unterschiede. Zu seinem Reich und zu seiner Gemeinde gehört jeder und jede dazu. Das ist ein roter Faden, der sich durch die gesamte Bibel hindurch zieht. Paulus schreibt in 1. Korinther 3,11: „Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus.“ Das waren für die damalige radikale Worte. Die Trennung zwischen Juden und Heiden und zwischen Sklaven und Freien wurde damit aufgehoben. Das war ein Skandal.

Und doch ruft Paulus in diesem und in den nachfolgenden Versen die Gläubigen in Korinth, die super zerstritten miteinander waren, auf, sich als gleichwertig anzusehen und sich gegenseitig zu lieben. Wir alle sind in Christus und er soll durch jeden von uns hindurch scheinen. Wenn wir den Anderen sehen, dann sehen wir eben nicht mehr das Trennende, sondern dann sehen wir Christus.

In diesen Tagen gehen die Bilder von George Floyd durch die Medien. Sein Tod macht betroffen. Jetzt ist Amerika natürlich weit weg, aber haben wir nicht auch hier in Deutschland immer noch mit Rassismus zu kämpfen? Während der Corona-Krise war immer wieder davon zu lesen, dass asiatisch aussehende Menschen in Deutschland auf der Straße angespuckt oder angehustet wurden. Oder ich erinnere an die Anschläge in Hanau im Februar diesen Jahres – noch gar nicht so lange her. Und die sozialen Medien machen es deutlich, dass es auch in Deutschland Menschen mit einer anderen Hautfarbe sehr schwer haben und immer wieder auf Fremdenhass stoßen.

Lasst uns da als Christen mit gutem Beispiel voran gehen und diesem Hass die Stirn bieten. Lasst uns aufstehen gegen Hassparolen, rassistischen Witzen und blöden Sprüchen. „Christus in uns allen“ ist das neue und doch gleichzeitig alte Motto.

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