Gott erleben: Du bist angenommen!

Esslingen a. Neckar
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Am vergangenen Wochenende las ich eine sehr berührende Geschichte in dem Buch „Gott auf der Spur“ von Lee Strobel. Stephanie Fast wuchs in Korea auf. Sie war ein Mischlingskind. Ihren Vater lernte sie nie kennen. Als sie noch ganz klein war, setzte ihre Mutter sie in den nächsten Zug nach Nirgendwo. Auf sich alleingestellt, musste sie mit nur drei oder vier Jahren lernen, auf der Straße zu überleben.

Da sie ein Mischling war, wurde sie von den anderen Straßenkindern verachtet und verprügelt. Mehrmals gerät sie in Lebensgefahr, nachdem sie den Bauern Essen gestohlen hatte. Doch sie kam jedes Mal mit dem Leben davon und bekam von ihren Rettern zu hören: „Es ist sehr, sehr wichtig, dass Du am Leben bleibst.“

Als sie sieben Jahre alt war, wurde sie Mitglied in einer Gruppe von Waisenkindern. Dort erlebte sie eine schlimme Zeit des Missbrauchs. Als dann aber eine Choleraepidemie in Korea ausbach, konnte sie sich von dieser Gruppe befreien. Als Stephanie dann selbst sterbenskrank wurde, hatte sie Glück und wurde, obwohl sie kein Kleinkind mehr war, von einer Mitarbeiterin von World Vision gerettet und in einem Waisenhaus untergebracht. Normalerweise nahm dieses Haus nur Kleinkinder auf, da sie leichter vermittelbar sind. In ihrem Fall war es tatsächlich ein Wunder, dass die Heimleitung eine Ausnahme machte und sie aufnahm.

Im Waisenhaus kümmerte sie sich um die Babys. Eines Tages kam ein amerikanisches Ehepaar zu Besuch. Sie wollten sich einen kleinen Jungen aussuchen und ihn adoptieren. Dabei begegnete dieses Ehepaar Stephanie. Sie war kein schöner Anblick. Ihre Haut war übersät mit Schmutz. Ihr Kopf war voller Läuse und in ihrem Bauch hatte sie so viele Würmer, dass sie immer wieder aus ihrem Mund herauskrochen. Sie war untergewichtig und hatte  viele offene Wunden im Gesicht.

Und doch streckte der Mann seine Hand nach ihr aus und legte sie auf ihre Wange und streichelte sie. Noch nie hatte jemand sie so liebevoll berührt. Deshalb wusste sie nicht wie sie damit umgehen und darauf reagieren sollte, schob seine Hand weg und spuckte ihn an. Danach rannte sie davon und versteckte sch in einem Schrank.

Doch das Wunder geschah. Das Ehepaar änderte seine Pläne und anstatt ein süßes kleines Baby mitzunehmen, entschieden sie sich für sie und adoptierten sie. Für Stephanie war das unbegreiflich. Zudem verstand sie auch nicht, was eine Adoption wirklich bedeutete. Damals war es üblich, dass sich reiche Leute Kinder aussuchten und sie als Diener oder Sklaven hielten. Und so dachte sie, dass sie nun eine Dienerin dieses Ehepaares sei. Daher war sie recht verwirrt als sie zwar ein eigenes Bett und neue Kleider bekam, aber dafür nie arbeiten musste.

Die Monate strichen ins Land. Sie wurde sowohl vom Ehepaar als auch von anderen Menschen nun nicht mehr als Mischling behandelt, sondern so als sei sie eine Prinzessin. Eines Tages sprach sie mit einem anderen Mädchen darüber und dieses Mädchen erklärte ihr, dass sie ja nun die Tochter dieses Ehepaares sei und deswegen auch nicht arbeiten müsse. Für Stephanie war das eine völlig neue Erkenntnis, die sie überwältigte. Sie war nun nicht mehr das ungewollte Mischlingskind. Sie war keine Dienerin oder Leibeigene, sondern sie war eine Tochter.

Mich erinnerte diese Geschichte an einen Text aus der Bibel, den ich vor einiger Zeit mal gelesen habe:

„Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. Das wurden sie nicht, weil sie zu einem auserwählten Volk gehörten, auch nicht durch menschliche Zeugung und Geburt. Dieses neue Leben gab ihnen allein Gott.“ (Johannes 1,12.13 Neues Leben)
Eine der wichtigsten Botschaften der Bibel ist es: Du bist geliebt! Gott möchte Dich als sein Kind adoptieren und das Einzige, was dazu fehlt, ist unser „Ja, ich will“. Wer einmal Gott gegenüber Ja gesagt hat, wird erleben wie sich das gesamte Leben ändert und wie es auf den Kopf gestellt wird. Ich habe meine Entscheidung vor vielen, vielen Jahren getroffen. Es ist die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe und ich kann nur jeden ermutigen, diese Entscheidung für ein Leben als Kind Gottes ebenfalls zu treffen.
Advertisements

„Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

Aufstieg Hochhädderich Kreuz Allgäu
Foto: J. Müller / nachgedachtblog

Von Domenico Feti wird erzählt, dass er eines Tages von der Stadt Düsseldorf den Auftrag bekam, ein neues Altarbild für die Kirche zu malen. Es sollte die Kreuzigung Jesu darstellen. Doch Domenico tat sich sehr schwer damit, die Szene zu malen. Er kam einfach nicht weiter und so ging er eines Tages in den Wald, um auf neue Gedanken zu kommen. Auf einer Lichtung sah er ein junges Zigeunermädchen tanzen. Das Bild fesselte ihn so sehr, dass er schnell seinen Zeichenblock hervorholte und anfing sie zu skizzieren. Er sprach sie an und lud sie in sein Atelier ein, damit er sie fertig malen könne. Das Mädchen hieß Pepita.

Als sie in sein Atelier kam, fiel ihr Blick auf das Altarbild. Erschrocken fragte sie den Maler, was das Bild denn bedeuten würde und warum dieser Mann so leiden müsse. Sie löcherte Domenico so lange bis er ihr schließlich genervt die Geschichte von Jesus erzählte. Als er sie beendete, liefen Tränen über Pepitas Wangen. Sie fragte ihn: „Ihr müsst ihn doch sehr lieben, weil er das alles für Euch getan hat, Herr, oder?“ Domenico war von dieser Frage beschämt. Darüber hatte er noch nie nachgedacht. Sie war für ihn einfach nur eine Geschichte wie jede andere auch gewesen – ohne eine Bedeutung für sein Leben. Er hatte sie so oft gehört, dass sie ihn gar nicht mehr berührte. Aber nun verfolgte ihn diese einfache Frage: „Nicht wahr – ihr liebt ihn doch sehr?“

Sie ließ ihn nicht mehr los und quälte ihn regelrecht. Er fing an, nach einer Antwort zu suchen und stieß so auf eine heimliche Versammlung von Protestanten. Das war noch zu einer Zeit als sich die Evangelischen heimlich treffen mussten, um ihren Glauben auszuleben. Bei einer ihrer Versammlungen kam Domenico zum Glauben an Jesus Christus. Dort fand er endlich die Antwort auf seine Frage und er beschloss, ein neues Altarbild zu malen.

Dieses Mal wollte er mit seinem Bild Jesu Liebe zu uns Menschen darstellen. Es sollte nicht mehr das Leiden, sondern Gottes unerschöpfliche Liebe zu uns zeigen und der Betrachter sollte dadurch zu einer Antwort aufgefordert werden. Unter das Bild schrieb er die Worte: „Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

Domenico wollte mit diesem Bild kein Geld verdienen und so schenkte er es seiner Stadt. Die Stadt stellte es in einer Galerie aus und zahlreiche Menschen kamen, um es zu sehen. Domenico stand jeden Tag in der Nähe des Bildes, um die Reaktionen zu beobachten und um davon zu erzählen, was er erlebt hatte. Eines Tages fiel ihm dort ein junges Mädchen auf, das bitterlich weinte. Er ging zu ihr hin – es war Pepita. Und dieses Mal erzählte er ihr nochmal die Geschichte von Jesus, aber dieses Mal völlig anders. Er erzählte von einem Jesus, der sie so sehr liebte, dass er sogar für sie gestorben war. Pepita übergab ihr Leben Jesus.

Ungefähr hundert Jahre später kam Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf nach Düsseldorf und besichtigte ebenfalls die Galerie. Er blieb lange vor dem Bild von Domenico Feti stehen. Ihn packte die Frage: „Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“ Sie ließ ihn nicht mehr los und führte ihn dazu, dass er sein Leben ebenfalls Jesus weihte. Er gründete später ein Missionswerk wodurch wiederum Tausende von Menschen von Gottes Liebe zu uns Menschen hörten.

Das Bild existiert auch heute noch. Es hängt in der alten Pinakothek in München und gibt  auch heute noch jeden Tag die Frage weiter: „Das tat ich für Dich – was tust Du für mich?“

Wer gerne das Bild sehen möchte, findest es hier.

Liebe ist… das Gebot!

Ausflug Bodensee 08-2013
Foto: J. Müller / nachgedachtbog

Kennt ihr auch die „Liebe ist…“- Cartoons? Da ist immer ein Pärchen zu sehen und daneben oder drunter steht ein Spruch, der mit „Liebe ist…“. Manche sind lustig, manche auch ernst. Aber sie enthalten immer auch einen Funken Wahrheit. Auch in der Bibel finden wir „Liebe ist…“-Sprüche. Z. B. in 1. Kor. 13. Ich möchte heute aber nicht mit euch darüber nachdenken, sondern einen anderen Text lesen, der vielleicht auf Anhieb gar nicht so danach ausschaut:

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten… Wer meine Gebote kennt und sie befolgt, der liebt mich. Und weil er mich liebt, wird mein Vater ihn lieben und ich werde ihn lieben. Und ich werde mich ihm persönlich zu erkennen geben. (Johannes 14,15+21 Neues Leben)

Ich habe früher diesen Text immer so verstanden, dass das Halten der Gebote der Beweis unserer Liebe zu Gott ist. D. h. wenn ich die Gebote nicht halte, dann liebe ich Gott nicht. Dadurch ist für mich so ein Zwang entstanden – ich will Gott zeigen, dass ich ihn liebe, also muss ich die Gebote halten, sonst könnte er mich ja nicht mehr lieben…

Heute verstehe ich diesen Text anders und zwar seitdem ich folgenden Text gelesen habe:

„Wir haben erkannt, wie sehr Gott uns liebt, und wir glauben an seine Liebe. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott lebt in ihm. Und wenn wir in Gott leben, dann kommt seine Liebe in uns zum Ziel. Und wir können dem Tag des Gerichts mit Zuversicht entgegensehen, denn wir leben in dieser Welt in derselben Gemeinschaft mit Gott wie Christus. Und unsere Liebe kennt keine Angst, weil die vollkommene Liebe alle Angst vertreibt. Wer noch Angst hat, rechnet mit Strafe, und das zeigt, dass seine Liebe in uns noch nicht vollkommen ist. Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4,16-19 Neues Leben)

Die Liebe mit Gott funktioniert ganz anders. Alles fängt damit an, dass Gott uns liebt. ER sucht die Beziehung mit uns und tut alles dafür, dass die Beziehung möglich wird. Nicht wir müssen die Beziehung mühevoll suchen oder durch das Halten der Gebote verzweifelt versuchen, seine Liebe zu gewinnen. Nein, die Liebe zu ihm ist schon vorhanden. Wir müssen sie einfach nur zulassen.

Der Rest ist dann ganz einfach. Denn die Liebe ist die größte Kraft, die es gibt. Ich kann mich noch gut an mein Praktikum in Collonges vor einigen Jahren erinnern. Dazu muss ich sagen, dass während der Ausbildung zur Europasekretärin BWL und Französisch meine Horrorfächer waren. Hauptsache durch war mein Motto damals. Meine Prüfungen in Französisch (ich hatte in Französisch insgesamt 6 Abschlussprüfungen) schaffte ich irgendwie. Da mein zukünftiger Arbeitgeber aber gute Französischkenntnisse verlangte, machte ich noch ein Praktikum in Frankreich bevor ich bei ihnen einstieg. Dort verliebte ich mich in einen französischen Studenten. In dieser Zeit veränderte sich mein Verhältnis zu Französisch. Auf einmal war es die schönste Sprache der Welt und ich habe mich dahinter geklemmt wie noch nie zuvor.

Ich wollte die Sprache noch besser beherrschen, um mich mit ihm besser verständigen zu können. Ich hab mich auf die Stunden in der Sprachschule gefreut und wollte unbedingt besser werden und auf einmal war das ganz leicht. Warum? Weil ich bis über beide Ohren verliebt war.

Wenn ich Gott auch so liebe, dann ist das Halten der Gebote nicht mehr ein Beweis meiner Liebe, sondern es ist eine Selbstverständlichkeit. Man sehnt sich danach, das zu tun, was Gott will. Die persönliche Bibellese ist dann keine Pflichtveranstaltung mehr, die man abhaken muss, sondern sie wird zur schönsten Tageszeit und der Hunger nach mehr ist ziemlich groß.

Die Liebe dehnt sich auch auf unsere Mitmenschen aus:

„Gott selbst hat uns geboten, nicht nur ihn, sondern auch unseren Nächsten zu lieben.“ (1. Johannes 4,21 Neues Leben)

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Kind las, dass das 11. Gebot die Liebe zum Nächsten sei. Ganz stolz ging ich zu einem meiner älteren Cousins und fragte ihn: „Wie heißt das 11. Gebot?“ Er wusste darauf zunächst keine Antwort und so erklärte ich ihm ganz stolz: „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Umso enttäuschter war ich, als er meinte: „Stimmt doch nicht, das steht doch schon in den Geboten drinnen z. B. „du sollst nicht töten, stehlen, falsch Zeugnis reden usw.“

Als ich darüber nachdachte, stellte ich fest, dass er Recht hatte. Die 10 Gebote beschreiben die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Aber eigentlich bestehen sie nur aus einem Gebot: „Liebe!“